Manch Politiker fabuliert schon von der Vollbeschäftigung und in vielen Regionen ist die Arbeitslosenquote tatsächlich auf einem historischen Tiefstand angekommen. So wird es für Unternehmen zusehends schwieriger Nachwuchs- und Fachkräfte für sich zu gewinnen und diese zu halten. Der demographische Wandel tut in den nächsten Jahren sein übriges.
Es liegt nahe, dass fortschrittliche Unternehmen das Personal-Marketing längst zur Chefsache erklärt haben. So gibt es regelmäßig Karrieretage mit Betriebsführungen, branchenspezifische Jobbörsen oder auch skurrile Versuche, wie die ›Hamburg-WG‹, um Bewerber für das Unternehmen, die Branche oder die Region zu begeistern. Letztere Aktion von ›Hamburg Marketing‹ in Kooperation mit Otto und der Spardabank musste leider aufgrund öffentlichen Drucks gestoppt werden. Ich persönlich finde es aus Sicht des Marketings schade, da es weitere mutige Aktionen im Recruiting erschwert. Und Hamburg muss sich sehr wohl nicht nur für High Potentials gegenüber anderen deutschen und europäischen Metropolen stärker profilieren.
Aber nicht nur offline, sondern auch online wird um Bewerber gebuhlt. Der Axel Springer-Vorstand sucht gerade im Web den ›Executive Managing Director for Kick-Ass 3D-Multi-Channel-Hammer-Innovations‹ und Otto lässt seine Bewerber statt im Assessment-Center im Headquarters-Run gegeneinander antreten – so vermutet man zumindest beim Karrierevideo ›Run 4 it‹. Selbst das schöne Sauerland traut sich mit ›Homebase Sauerland‹ im Destination Branding gegen unsere Hauptstadt anzutreten.
Doch wie schaut es im Social Media aus? Immerhin die Hälfte aller Deutschen sollen bereits bei Facebook sein. Hier sind Karriereportale jedoch noch rar, von den Big Playern wie der Telekom oder auch Otto mal abgesehen. Dabei haben Bewerber viele Fragen und freuen sich über jede Hilfestellung und hier bietet sich ein dialogorientiertes Personalmarketing ideal an. Der aktuell erstaunlichste Case im Social Media ist das progressive E-Recruiting der Bundeswehr auf Facebook.
Wenn der neue Mitarbeiter erst einmal gefunden wurde, gilt es ihn zu halten und zu motivieren. Was sich hier Personaler einfallen lassen, treibt bisweilen bizarre Blüten. Dass man als Lufthansa-Mitarbeiter besonders günstig fliegen und als Bahn-Angestellter umsonst Bahn fahren kann ist allseits bekannt. Dass man bei Holsten im Jahr 48 Kisten Bier mit nach Hause nehmen kann, sieht sicher nicht jeder gern. Aber das schönste Goodie gibt es mit Sicherheit bei Airbus – hier erhalten Mitarbeiter, ähnlich wie Großkunden, Rabatte beim Flugzeugkauf. Geschätzte 20% auf den A380 könnten sich lohnen, sofern man die rund restlichen 280 Mio $ übrig und schon einen Abnehmer für einen Airbus mit Tageszulassung gefunden hat.
Für Mittelständler und B2B-Unternehmen wird es sicherlich schwerer, ausreichend qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen, da Ihnen oft die Markenbekanntheit fehlt und ein Rabatt auf Flurförderfahrzeuge oder Schaltschränke auch nicht für jeden attraktiv ist. Somit sollte man überlegen, ob nicht das Engagement in Social Media ein geeigneter Baustein im Personalmarketing ist und ein sinnvoller Einstieg in die Welt des Web 2.0 überhaupt.
Reinhard & Ostmann bietet seinen Mitarbeitern kein Bier und keine Flugzeugrabatte, aber Ihnen drei Module für den preiswerten Einstieg in das Personalmarketing der Zukunft.
