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Für viele von uns ist Facebook das Social Network, wo man private Kontakte pflegt, im Vergleich zu den Business-Netzwerken wie Xing oder Linkedin. Doch, vorangetrieben durch das automatisierte Auslesen der Smartphone-Adressbucher, finden einen auf Facebook auch immer mehr Geschäftskontakte. Und nicht jede Freundschaftsanfrage kann oder sollte man ignorieren. Doch will man wirklich auch seine Geschäftspartner mit unscharfen Kinderfotos nerven und sollen alle Freunde börsentäglich erfahren, was für ein toller Markengestalter man ist? Verschiedene Zielgruppen zu adressieren war bei Facebook bislang sehr unkomfortabel. Umso besser, dass sich nun nicht mehr die halbe Menschheit allein auf Facebook tummelt, sondern dass es eine Alternative gibt. Denn beim sozialen Netzwerk Google+ ist einiges berücksichtigt worden, dass das Netzwerken attraktiver macht: Hier werden die Kontakte in ›Circles‹ (Kreise) eingeteilt und der Chef muss nicht gleich ein ›Freund‹ sein. Der Nutzer entscheidet sehr einfach, für wen welche Informationen sichtbar sind. Inspiriert von Twitter gibt es auch die Option, Personen nur zu ›folgen‹, eine Möglichkeit, auch ohne befreundet zu sein, öffentliche Videos und Informationen einzusehen – sozusagen ›Stalken 2.0‹. Mit mittlerweile 25 Millionen Nutzern hat Google+ einen beeindruckenden Start hingelegt. Das auch zuweilen in die Kritik gerate Unternehmen, Stichwort ›StreetView‹, hat aber im großen Ganzen nie wirklich Probleme gehabt mit dem, was es aufbaut. Allerdings hat das Marktforschungsinstitut ›Birne Analytics‹ veröffentlicht, dass rund 83% der angemeldeten Google+ Nutzer inaktiv sind, anders als bei Facebook – da sind allein in Deutschland über 20 Millionen User aktiv dabei. Um sich als wirklich ernstzunehmende Konkurrenz zu behaupten, muss sich diese Zahl bald ändern. Doch die Verknüpfung von Google+ und Google als Suchmaschine macht das Netzwerk gerade für Unternehmen interessant – und welches Unternehmen möchte nicht ganz oben in den Suchergebnissen stehen? So werden bei Google+ Nutzern ›geplusste‹ Seiten aus dem eigenen Netzwerk deutlich weiter oben gelistet im Vergleich zu den standardmäßigen Suchergebnissen. Vergleichbar wäre es als würden Seiten mit vielen Facebookfans automatisch einen besseren Page Rank erhalten. Doch damit bewegt sich Google auf dünnem Eis, denn Beeinflussung oder Erpressung – nur wer den +1 Button hat und möglichst oft drückt wird im Ranking eine Rolle spielen – könnte dem Image des Unternehmens schaden. Gerade wo kürzlich massive Vorwürfe von Datenschützern laut wurden, dass der ›Gefällt-mir-Button‹ auf Facebook rechtswidrig sei. Facebook hat den Angriff von Google sehr ernst genommen und als erstes die Umzugshürde sehr hochgelegt, indem es den automatisierten Export der Addressdaten der eigenen Freunde unterbunden hat. Neben dem Befreunden kann man zukünftig bei Facebook auch ›Subscriber‹ werden und die öffentlichen Statusmeldungen Einzelner mitlesen und so genannte ›Intelligente Freundeslisten‹ sollen helfen, Informationen zielgruppenspezifischer mitzuteilen. Alles vor kurzem noch Alleinstellungsmerkmale von Google+. Und vermutlich wird Facebook mit einem neuen digitalen Musikdienst Ende des Monats Google+ einen Dolchstoß versetzen, so dass ich die Überlebenschancen als recht gering einschätze. Das Verhalten und der Auftritt in Sozialen Netzwerken bleibt ein interessanter und wesentlicher Aspekt des Corporate Branding. ›Reinhard & Ostmann‹ zeigt Ihnen gern, wie Sie Social Media effektiv in Ihre Unternehmenskommunikation integrieren können. |
» Vom Liken und Plussen
Verfasst von Jens Reinhard
Kategorien: Kultur, Wirtschaft | Keine Kommentare »
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