»Groupon heißt der neue Star im Internet« schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Mit einer großen Auszeichnung, dem so genannten ›e-Star 2011-Award‹ durfte kürzlich der Groupon-Geschäftsführer Deutschland, Dr. Daniel P. Glasner, nach Hause gehen. Er wurde mit dem Preis im Rahmen des Online-Handelskongresses in Wiesbaden zum ›Entrepreneur 2011‹ gewählt.
Als Geschäftsführer des deutschen Ablegers von Groupon – der generische Name setzt sich aus ›Gruppe‹ und ›Coupon‹ zusammen – lenkt er die Geschicke des weltweit agierenden und laut Forbes-Magazin »dem am raschesten wachsenden Web-2.0-Unternehmens« seit gut eineinhalb Jahren. 2008 im amerikanischen Chicago gegründet, beschäftigt der Konzern mittlerweile mehr als 5000 Mitarbeiter und macht mit mehr als 25 Millionen Usern 600 Millionen US$ Umsatz.
Für die Geschäfte, die mit den günstigen Angeboten locken, entstehen erstmal keine Kosten, Groupon verlangt keine weiteren Gebühren, nur eine Provision, und das sind in der Regel immerhin 50%. Scheint erstmal ganz okay zu sein im Vergleich zu herkömmlichen Werbemaßnahmen, denn die Kunden kommen in Scharen. Doch wie der Ansturm aufs Schnäppchen tatsächlich umgesetzt wird, bleibt mir mancherorts schleierhaft. Wie bewältigt und finanziert beispielsweise das ›Café Sommerterrassen‹ in den nächsten Monaten 2.130 Kanufahrten inklusive einer Flasche Prosecco zu je 9 € anstatt 35,50 € – abzüglich der Groupon-Provision?
Auf Nachfragen beim Servicepersonal in der Gastronomie stießen wir auf völliges Unverständnis für solche Aktionen: Stammgäste würden vergrault, neue nicht nachweislich gewonnen. Im Aktionszeitraum alle Groupies unterzubringen sei nahezu unmöglich und – Zitat – »wenn die Heuschrecken kommen« sei das Buffet schneller leer als sonst und gezahlt wird häufig nur mit Gutschein und ohne das für den Service überlebenswichtige Trinkgeld.
Sicherlich ist es für einige Branchen und Unternehmen eine überaus interessante und lohnenswerte Möglichkeit das Geschäft anzukurbeln oder auszulasten und sich für jeweils einen Tag in der ganzen Stadt, zumindest bei den Sparfüchsen, ins Bewusstsein zu drängen. Aber was hilft das dem Unternehmen und somit der Marke auf Dauer? Wir glauben, dass es intern bei vielen Mitarbeitern zu Frustration führen kann und bei Kunden und Interessenten schnell der Eindruck entsteht, was nichts kostet, ist auch nichts wert.
Gewiss könnten wir, ›Reinhard & Ostmann‹, unser Agenturgeschäft noch besser auslasten – der Tag hat ja bekanntermaßen 24 Stunden. Groupon-Deals wird es aber bis auf weiteres nicht geben, jedoch 50% Rabatt auf unsere CI-Workshops für Ihr Brand Positioning bis Ende Juni für alle treuen brandview Leser
