Dass es die USA auch zur Supermacht der Schulden gebracht haben, ist wohl jedem klar. Die Zahlen des Defizits bewegen sich in astronomischen Höhen oder können Sie sich 1,75 Billionen vorstellen? Ich jedenfalls weiß auf Anhieb nicht einmal über wie viele Nullen hinter dem Komma wir hier sprechen. Aber dass somit das öffentliche Leben der Amerikaner zu 40% auf Pump finanziert wird, zeigt das Ausmaß des Dilemmas schon deutlicher.
Um Schlimmstes zu verhindern, werden nun die staatlichen Gelddruckmaschinen angeworfen und möglichst viele Dollarnoten in die Volkswirtschaft gepumpt, getreu dem Motto »Yes we can«. Eine gute Gelegenheit, dachten wahrscheinlich die Vertreter des US-Finanzministeriums, um das neue Design der 100-Dollar-Scheine vorzustellen. Und so präsentierten sie diese am 21. April, den Blick vor allem auf die neuen Sicherheitsmerkmale gerichtet, die das Ergebnis von mehr als zehn Jahren Forschung und Entwicklung sind.
Am Design selbst hingegen hat sich nicht viel verändert. Ideen, die der in New York lebende Werbedesigner Richard Smith zusammen getragen hat, finden bislang bei der Gestaltung der Dollarnoten keine Beachtung. Smith kämpft gegen den Verfall der amerikanischen Währung und appelliert via Internet Vorschläge für eine verständlichere Währungssymbolik einzureichen. 2009 gab es Entwürfe, die zwar skurril waren, jedoch die typisch amerikanische Haltung dokumentieren: Scheine in pink mit Barbie oder mit Christopher Reeve alias Superman.
Mit wessen Konterfei die D-Mark wiederkommen wird, darüber gibt es bisher keine Angaben. Aber Verschwörungstheoretiker sind sich sicher, die Währungsreform steht vor der Tür und die gute alte D-Mark löst den Euro wieder ab. Sicher, in der derzeitigen Krisensituation kann man das Gefühl bekommen, eine Inflation ist unausweichlich, das Geld wird in der EU geradezu verbrannt. Aber dennoch möchte ich unterstellen, das all jene, die behaupten sie hätten D-Mark-Scheine erspäht, nur einen Geldtransporter von C&A gesehen haben. Denn das Bekleidungshaus nimmt nach eigenen Angaben noch immer 150.000 bis 200.000 Deutsche Mark pro Monat ein.
Auch auf die Gefahr den Nostalgikern unter Ihnen vor den Kopf zu stoßen, glaube ich der Recherche eines Tagesspiegel-Journalisten, der in seinem Artikel vom 23.5. behauptet, der Bundesdruckerei lägen keine D-Mark-Druckplatten mehr vor. Sollte es also zu einem Währungsschnitt kommen, ganz egal ob wir dann den Deuro bekommen oder wie auch immer die neue Geldeinheit heißen wird, dürfen wir zumindest auf ein völlig neues Design unseres zukünftigen Zahlungsmittels hoffen.
Vielleicht werden die neuen Geldnoten vom Finanzminister als Sponsorenfläche freigegeben. Dann haben wir ein Gummibärchen oder eine Lakritzschnecke auf einem 10er- und einen Mercedes-Stern auf einem 500er-Schein.
Wenn der Euro wirklich vor dem Aus steht, dürften sich vor allem die Niederländer freuen, wenn sie somit ihre alte Währung wiederbekämen. Denn die Gulden sind Vorreiter, wenn es um die Gestaltung der Geldscheine geht. Auch die Schweizer haben sich offenbar an den Holländern orientiert. Sie erläutern ihr Gestaltungsprinzip detailliert auf der Homepage ihrer Nationalbank.
