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»Wie wirklich ist die Wirklichkeit?«, fragt der Kommunikationswissenschaftler und Psychoanalytiker Paul Watzlawick in seinem gleichnamigen Buch. Er kommt zu dem Schluss, dass Wirklichkeit ein kollektives Konstrukt und daher leicht zu beeinflussen ist. Auch Marken üben einen großen Einfluss auf unsere Wirklichkeitsvorstellung aus. Für uns Grund genug, die Welt der Marken zu hinterfragen und zu kommentieren. Unser ›brandview blog‹ gibt allen Lesern und Marken-Professionals die Möglichkeit, die Artikel zu kommentieren und zu diskutieren – wir freuen uns über Ihren Beitrag.

Ihr brandview-team
7. Januar 2010

» Das Outernet kommt: Wie sich die Produktlandschaft verändern wird.

Vernetz dich und scann dich schlau! So, oder so ähnlich könnte die Botschaft für das neue Jahrzehnt lauten. Denn jetzt wird die virtuelle Welt mit der Realen vereint. Sind es mittlerweile knapp 70% der Deutschen, die das Internet für sich entdeckt haben, kommen jetzt neue, bisher ungeahnte Möglichkeiten auf die User zu. Es ist nicht mehr die Frage, ob du on- oder offline bist, sondern wo du bist. Neue Technologien unterstützen den Menschen als virtuellen ›Personal Assistent‹, immer und überall.

›Augmented Reality‹ ist hier das Stichwort. Diese erweiterte Realität bietet heute schon den Smartphone-Besitzern vielfältige Möglichkeiten. Seitdem Kamera und MP3-Musicfiles zur Grundausstattung gehören, müssen neue Mehrwerte her. So ist mittlerweile die genaue Lokalisierung via GPS möglich. Also, das gesuchte Museum in einer fremden Stadt mit dem Smartphone in der Hand zu finden – kein Problem mehr. Steht man zum Beispiel vor einem außerordentlichen Kulturgut und macht ein Foto, werden automatisch alle relevanten Textinformationen zu diesem Objekt eingeblendet.

›Google Googles‹ bietet nicht nur bei Sehenswürdigkeiten den Abgleich eines Fotos mit den Infos aus dem Web in Echtzeit, sondern auch bei Logos, Büchern, Restaurants und Wein. Die iPhone-Applikation ›Amazon Mobile‹ geht noch einen Schritt weiter: Gefällt einem beispielsweise eine Handtasche im Schaufenster, einfach abknipsen, im Onlineshop danach suchen, Preis vergleichen und bestellen. Dieses App scheint sich jedoch noch nicht durchgesetzt zu haben. Ich zumindest habe im Schaufenster noch keinen iPhone-Verbot-Aufkleber gesehen, gleich neben dem, mit dem durchgestrichen Hund. Der Einzelhandel scheint also noch nicht empfindlich gestört zu sein.

Wie groß das Angebot an diesen kleinen Helfern bereits ist, beweist ein Blick auf den Marketplace der ›Android-Handys‹ oder in den iPhone App Store, von dem es heißt, hier werden 350 Apps pro Sekunde verkauft!

Eine weitere, echte Innovation ist der Barcode Scanner. Ein kostenloses Programm wertet den abfotografierten Strichcode im Web aus und liefert weitere Informationen, zum Beispiel Testurteile, Wikpedia Links und natürlich eine Auflistung der Neu- und Gebrauchtpreise.

Was passiert eigentlich im Handel, wenn der angebotenen Preis sofort vergleichbar ist und Meinungen Dritter direkt eingeholt werden können? Hoffentlich versuchen die Anbieter nicht über Rabatte und Finanzierungsangebote weitere Taktiken zur Preisverschleierung, sondern bieten echten Service mit neuem Einkaufserlebnis. Und in Richtung der Hersteller bleibt zu hoffen, dass der Druck steigt, eine bessere Produktqualität für alle Preissegmente zu liefern. Kaffeemaschinen oder Mobiltelefone, die bereits nach zwei Jahren den Geist aufgeben, lassen sich dann vermutlich schwerer verkaufen.Markenprodukte werden es einfacher haben. Das Vertrauen ist hier die entscheidende Einflussgröße und die Produktqualität muss grundsätzlich überdurchschnittlich sein.

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