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»Wie wirklich ist die Wirklichkeit?«, fragt der Kommunikationswissenschaftler und Psychoanalytiker Paul Watzlawick in seinem gleichnamigen Buch. Er kommt zu dem Schluss, dass Wirklichkeit ein kollektives Konstrukt und daher leicht zu beeinflussen ist. Auch Marken üben einen großen Einfluss auf unsere Wirklichkeitsvorstellung aus. Für uns Grund genug, die Welt der Marken zu hinterfragen und zu kommentieren. Unser ›brandview blog‹ gibt allen Lesern und Marken-Professionals die Möglichkeit, die Artikel zu kommentieren und zu diskutieren – wir freuen uns über Ihren Beitrag.

Ihr brandview-team
17. Dezember 2009

» Spende gut, alles gut? – Die Marke als Wohltäter.

„Oh du fröhliche, oh du selige, spendenreiche Weihnachtszeit!“. Wenn die Schokonikoläuse in den Supermarktregalen liegen, also ab September, wir uns noch gar nicht so recht vorstellen können, uns am Glühwein die Finger zu wärmen, werden wir von den Medien wieder unmissverständlich darauf hingewiesen, dass Weihnachten, das Fest der Liebe, ein Fest des Konsums und der Spenden ist. Ob Spenden-Gala, -Marathon, Ein Herz für oder mit Red Nose – die Möglichkeiten Gutes zu tun, sind schier unbegrenzt. Laut dem Deutschen Spendenrat werden die Deutschen trotz Wirtschaftskrise auch 2009 über 2 Milliarden Euro für Hilfsorganisationen spenden. Dennoch wächst die Zahl der Bedürftigen schneller, als wir in der Lage sind, mit Spenden zu helfen. Doch wie viel Hilfe kommt auch da an, wo sie benötigt wird?

Pampers beispielsweise gibt nicht mal 0,5 Prozent des Kaufpreises für „eine lebensrettende Tetanus-Impfdosis“, wie es im Spot heißt. Die sicher jedem geläufige „Regenwald-Kampagne“ von Krombacher, übrigens ein Vorreiter in Sachen Sozialmarketing, verdeutlicht ebenfalls recht imposant die Wirkung (oder Verfehlung?) des Engagements: Wer 250 Kisten Krombacher kauft, rettet genauso viel Quadratmeter Regenwald, wie der, der 10 Euro direkt an WWF überweist! Doch jeder Cent zählt. Klar, dass in Deutschland, der Biertrinker-Nation Nummer 1 ein hübsches Sümmchen zusammen kommt. Na dann, zum Wohl!

Bemüht das Herauszufinden, ist das Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Es vergibt seit mehr als zehn Jahren das Spendengütesiegel. Wer das hat, gewährt jedes Jahr aufs Neue einen prüfenden Blick in seine Finanzen und Bilanzen. Für Aufsehen sorgte 2008 der Entzug des Siegels bei Unicef, die Organisation gilt als „Mutter aller großen Hilfsorganisationen“. Jedoch scheint Unicef daraus gelernt zu haben, denn unter der neuen Leitung wurde aufgeräumt. Nun werden sämtliche Gehälter und Provisionen veröffentlicht, das Siegel scheint also wieder in greifbare Nähe zu rücken.

Bei allem Respekt für jegliches Engagement, für uns ist es wichtig zu wissen, dass der Betrag, der gegeben wird in vollem Umfang dem Projekt zugute kommt. Wir möchten Sie daher an dieser Stelle noch einmal auf unsere Weihnachtsaktion für Kinder aufmerksam machen. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, geben Sie uns Ihr Feedback und wir spenden 10 Euro für jeden Teilnehmer, garantiert.

Frohe Weihnachten!

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